Eine sozialdemokratische Biografie

Ich bin in Dortmund geboren und im Münsterland aufgewachsen.

Eigentlich hatte ich somit schon kaum eine andere Wahl, als Sozialdemokratin zu werden. Meine Familie, eine durch und durch sozialdemokratische Familie, tat ihr Übriges dazu.

Durch meine Oma, die Jahrgang 1936 ist, habe ich eine lange sozialdemokratische Geschichte. Inzwischen ist sie 47 Jahre in der Partei aktiv. Mit ihr habe ich auch heute noch intensive Streitgespräche über unsere Partei.

Sie war es, die mir schon als Kind wichtige Grundpfeiler der Sozialdemokratie nahe brachte und die Werte der SPD bis heute auch vorlebt.

Werte wie Freiheit, Soziales und gesellschaftliches Engagement sind ihr wichtig, auch weil sie am eigenen Leib erlebt hat, wie eine Gesellschaft durch die nationalsozialistische Ideologie verändert worden ist.

Mein Ur-Großvater ist für seine hitlerkritischen Äußerungen vor ein Strafgericht gestellt und zu Gefängnis und Arbeitslager verurteilt worden.

Meine Großmutter hat dann mit ihren zwei kleinen Brüdern an der Hand die Flucht aus Schlesien nach Westdeutschland angetreten.

Gott sei Dank haben wir diese Vergangenheit hinter uns gelassen, so dass ich frei von Zwängen in einer großen Familie, mit zwei Schwestern, Tanten, Onkeln, Großonkeln und Großtanten, Ur-Ur-Oma und Ur-Opa aufwachsen durfte

Ich war schon als Kind bei Wahlkampfveranstaltungen mit Hans-Jochen Vogel und als Jugendliche habe ich gegen das Sparpaket der Regierung Kohl demonstriert.
Mein Interesse für Frauenpolitik nahm mit der Geburt meiner Zwillinge stark zu. Mir wurde sehr bewusst, dass ich es (wie viele Frauen meiner Generation) lange für selbstverständlich gehalten hatte, dass man als Frau mit einer guten Ausbildung seinen Weg schon gehen wird. Aber mit den Kindern, Rückkehr in Teilzeit und vielen Diskussionen mit Freundinnen, die auf einmal in ein sehr traditionelles Frauenbild zurück fielen, begann ich zu grübeln: warum wurden auf einmal alle meine Studienkollegen Abteilungsleiter, Projektmanager mit Führungsverantwortung, verdienten mehr Geld als ihre Frauen und nahmen maximal 2 Monate Elternzeit? Warum mussten ich und meine Freundinnen so viele Abstriche machen?

Aus diesem Grund engagierte ich mich stärker in der AsF und wurde ein Jahr nach meinem Wiedereinstieg dann 2010 zur AsF-Vorsitzenden gewählt, seit 2016 bin ich AsF Landesvorsitzende.