CouchCafé-Besuch im Vinzenz-Heim

Auch um 18 Uhr schmeckt ein Stück Kuchen noch gut!
Mein Besuch im Vinzenz-Heim war eher ein Dämmerschoppen als ein Kaffeekränzchen. Sehr geduldig hat die „Weiße Gruppe“ auf mich und meinen Rübli-Kuchen gewartet. Das Vinzenz-Heim ist ein Zuhause für Menschen mit Behinderung – für etwa 280 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In der „Jugendwohngruppe“, die ich heute besuche, werden Jugendliche und junge Erwachsene so weit wie möglich auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. Es gibt Strukturen, die das erleichtern sollen: Hausregeln, ein Wäsche-Sortier-System, gemeinsame Unternehmungen und vieles mehr. Die Jugendlichen sind selbst verantwortlich für Essen, Einkaufen und Sauberkeit in ihren Zimmern.
Im Gespräch erlebe ich, dass der Weg der meisten Jugendlichen im Alter von 16 Jahren bis Mitte 20 häufig von der Schule in die Werkstatt führt. Einige können eine berufsvorbereitende Maßnahme absolvieren und haben danach die Chance, eine vereinfachte Ausbildung zu beginnen. Auf die Frage nach ihren Hobbys kommen die Jugendlichen in Fahrt; gemeinsame Kino-Fernsehabende oder „chillen“ mit ihren Freunden machen sie gern. Sie sind zu einer kleinen Gemeinschaft zusammen gewachsen.
Die Betreuerinnen erzählen mir, dass es im Lebensweg natürlich immer wieder auch Rückschläge gibt. Enttäuschungen, wenn es mit dem Traumberuf doch nicht geklappt hat, wenn man erkennt, dass es nicht die Wahlmöglichkeiten gibt wie bei Gleichaltrigen. Aber die Vorbereitung auf ein Leben in Selbstständigkeit klappt oft sehr gut.
Weitere Infos unter http://www.vinzenz-heim.de/willkommen.html

Minister Schneider: Die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen stärken

Kabinett beschließt Entwurf des Inklusionsstärkungsgesetzes

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:
Das Landeskabinett hat den von Sozialminister Guntram Schneider vorgelegten Entwurf des NRW-Inklusionsstärkungsgesetzes gebilligt.
Das Inklusionsstärkungsgesetz enthält eine Fülle von Regelungen, die dazu beitragen, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu stärken. „Mit dem ersten allgemeinen Gesetz zur Stärkung der sozialen Inklusion in NRW wollen wir den Menschen mit Behinderungen in unserem Land ein selbstbestimmtes Leben erleichtern“, sagte Minister Schneider in Düsseldorf. Das Ziel sei die volle und gleichberechtigte Teilhabe der Menschen mit Behinderungen und die Beseitigung von Barrieren, die sie daran hindern.

Künftig sollen zum Beispiel hörbeeinträchtigte Eltern bei Elternsprechtagen und Elternabenden in Schulen und Kindertageseinrichtungen durch Gebärdendolmetscher unterstützt werden. Sehbehinderte und blinde Menschen sollen einen Rechtsanspruch erhalten, durch Wahlschablonen ihr Wahlrecht selbstständig und unabhängig von fremder Hilfe wahrzunehmen.
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Schulbesuch GGS Am Höfling

Jahrgangsübergreifendes Lernen? Kinder von 6 bis 10 Jahren in einem Klassenraum? Kann das funktionieren?
Es kann! Der große Andrang und die hohen Anmeldezahlen bestätigen das Konzept der Burtscheider Grundschule Am Höfling.
Bei einem Besuch machte sich Landtagsabgeordnete Daniela Jansen selbst ein Bild von dem pädagogischen Konzept. Rektor Ulrich Nellessen stellte die insgesamt 3-zügige Schule vor und erläuterte, dass die Umstellung einer klassischen Grundschule auf das altersgemischte Konzept eine ‚Kollegiumsentscheidung‘ war. Durch das Team von Lehrkräften, darunter auch 3 männliche Kollegen und Sonderpädagogen, werden auch 28 Kinder mit Behinderung unterrichtet. „Bei uns bedeutet Inklusion aber auch, dass die behinderten Kinder ständig eine Bezugsperson haben. Deshalb haben wir sie auf nur 4 Klassen aufgeteilt“, erläutert Uli Nellessen.

Daniela Jansen nahm sich einen ganzen Vormittag Zeit und hatte so die Gelegenheit, drei altersgemischte Klassen eine erste Klasse im Englisch-Unterricht zu besuchen. Die Kinder erklärten ihr das Konzept: Alle Lernmaterialien sind in Lernstufen unterteilt, so dass ein 6-7 jähriges Kind nach Lernstufe eins lernt, die älteren Kinder dann entsprechend nach höheren Stufen. Völlig selbstständig entscheiden sie, mit welchen Hilfsmitteln sie ihre individuell festgelegten Lernziele erreichen möchten. In den Klassenräumen ist Platz für konzentriertes Lernen an den Tischen, aber auch für Gruppenarbeiten oder Leseecken. Immer wieder holen sich die LehrerInnen kleinere Gruppen von SchülerInnen zusammen und gehen mit ihnen bestimmte Inhalte durch, um auch bei kleinen Problemen sofort helfen zu können. Einen Frontalunterricht gibt es hier nicht. „Die älteren Schüler helfen den jüngeren, und auch die Kinder mit Behinderungen sind voll integriert“, erläutert der Rektor. Probleme hat die Schule allein gerade wegen des großen Andrangs: noch wichtiger für die Eltern ist die Betreuung durch die OGS. Genau wie das Betreuungspersonal werden die Räumlichkeiten so langsam  knapp.

Besuch bei Prodia

Vor kurzem besuchte die Landtagsabgeordnete Daniela Jansen die Werkstatt für behinderte Menschen „Prodia“.
Es handelt sich dabei um eine Einrichtung des Kolpingwerkes für Erwachsene mit psychischer Behinderung, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht, noch nicht oder nicht mehr erwerbsfähig sind. In einem ausführlichen Gespräch und einem anschließenden Besuch mit dem Geschäftsführer Norbert Schwertfeger, der pädagogischen Leiterin Inge Henn-Schiffer sowie den Betriebsleitern und Mitgliedern des Werkstattrates machte sie sich ein persönliches Bild von der Situation psychisch behinderter Menschen.
Die anerkannte Behindertenwerkstatt hat zum einem den gesellschaftlichen Auftrag, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stabilisieren und auszubauen und zum anderen die beruflichen Tätigkeit dauerhaft zu sichern.
Mit dem Bild von behinderten Menschen, die in einer Werkstatt hauptsächlich beschäftigt werden und an ihrem Arbeitsplatz allein vor sich hin puzzeln, hat die Prodia wenig gemein. An ihren zwei Standorten an der Philipsstrasse in Aachen-Ost und in der Karl-Kuck-Str in Aachen-Brand können sich die MitarbeiterInnen in insgesamt 7 Berufsfeldern ausprobieren.
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Inklusion ist ein Menschenrecht!

Morgen ist der internationale Tag der Inklusion. Wörtlich übersetzt: Zugehörigkeit. Es ist also das Gegenteil von Ausgrenzung und bedeutet die gleichberechtigte Teilnahme von Menschen mit und ohne Behinderung am normalen Alltagsleben. „In NRW nehmen wir diese Verantwortung wahr. Wir bringen aktiv eine inklusionsorientierte Gleichstellungstellungspolitik für Menschen mit Behinderungen voran“, erklärt Josef Neumann, Inklusionsbeauftragter der SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag.
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Eva-Maria Voigt-Küppers: „Das Land steht zur Finanzierung der schulischen Inklusion ab August“

Lange war die Finanzierung der schulischen Inklusion in Nordrhein-Westfalen ganz oben auf der Diskussionsskala. Land und Kommunen haben sich auf ein Finanzierungsmodell geeinigt. „Die Schulen können sich auf die Landeszuschüsse ab August verlassen. Das haben wir heute im Landtag beschlossen“, sagt Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen.
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„Ein sehr gutes Signal für die inklusive Schule und die Kinder“

„Die langen Verhandlungen sind zu einem sehr guten Ende gekommen“, kommentieren die SPD-Landtagsabgeordneten Daniela Jansen und Karl Schultheis aus Aachen die Einigung der Kommunen mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung über die Kostenverteilung des gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Behinderung.
Nach zwanzig Gesprächsrunden hat am Donnerstag mit dem Städte- und Gemeindebund nach dem Städtetag und dem Landkreistag auch der dritte kommunale Spitzenverband zugestimmt und die Vereinbarung unterschrieben. Weiterlesen

Josef Neumann: „Inklusion ist ein Menschenrecht!“

Zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen erklärt Josef Neumann, Inklusionsbeauftragter der SPD Landtagsfraktion in NRW:
„Die rot-grüne Koalition in Nordrhein-Westfalen nimmt die Verantwortung wahr, die sich aus der UN-Behindertenrechtskonvention ergibt und betreibt aktiv eine inklusionsorientierte Gleichstellungstellungspolitik für Menschen mit Behinderungen. Dazu haben wir einen eigenen Aktionsplan ‚Eine Gesellschaft für Alle – NRW inklusiv‘ auf den Weg gebracht. Dieser wird nun Schritt für Schritt umgesetzt. Allein in Nordrhein-Westfalen leben 2,7 Millionen Menschen mit Behinderungen, davon 1,7 Millionen mit Schwerbehinderung.
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„Jetzt kann Inklusion der Normalfall werden“

„Das ist ein großer Schritt in Richtung inklusive Gesellschaft“, kommentiert Eva-Maria Voigt-Küppers, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion in NRW, die Verabschiedung des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes.

„Inklusion ist ein Menschenrecht, das nun auch in unseren Schulen gelebt werden kann. Wir haben mit dem neuen Gesetz die notwendigen Spielräume und Möglichkeiten geschaffen, dass alle Kinder mit und ohne Handicap ihre Fähigkeiten, Neigungen und Talente frei entfalten können. Weiterlesen

Landtag verabschiedet Inklusionsgesetz

Das NRW-Parlament hat heute das von der Regierung erarbeitete Inklusionsgesetz beschlossen. Damit setzt NRW die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen um. Behinderte Kinder haben demnach ab dem Schuljahr 2014/15 schrittweise einen Rechtsanspruch auf Unterricht in einer Regelschule. Die Frage nach Folgekosten für die Kommunen und möglichen Ausgleichszahlungen des Landes bleibt zunächst offen.
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