Tatkraft-Tag in der Tagespflege Am Pannhaus

Mein Tatkraft-Tag beginnt pünktlich mit der offiziellen Öffnungszeit um 8 Uhr in der Tagespflege „Am Pannhaus“.
„Gemeinsam statt einsam“- unter diesem Motto kommen am Severinusplatz mitten in Eilendorf Menschen zusammen, um Gemeinschaft zu erleben und gleichzeitig professionelle Betreuung zu erfahren. Im Moment sind von den 15 Plätzen acht belegt, alles Frauen im Alter von 80 bis 91 Jahren.DSC_3243
Zunächst wird gefrühstückt, und das ganz in Ruhe. Manche benötigen ein bisschen Anleitung und Ermunterung zum Essen, andere schaffen ein Brötchen, Ei und Vollkornbrot sowie ein Schälchen mit Obst. Die stellvertretende Pflegedienstleiterin Frau Diehl, Altenpflegeschülerin Frau Breier und die Praktikantin und zukünftige Betreuungsfachkraft Frau Esser helfen den Besucherinnen dabei. Nach und nach trudeln alle Damen ein, bis um halb zehn alle komplett sind. Der Morgen beginnt nach dem Tisch abräumen mit gemeinsamem Singen. Weil heute Donnerstag ist, freuen sich alle schon auf den gemeinsamen Marktbummel.

Pannhaus2Wir gehen und schieben alle vor das Haus und kaufen Obst und Blumen, dabei treffen wir eine Gruppe aus dem Seniorenzentrum St. Severin. Frau Schmitz, Frau Salber und Frau Kohl treffen viele Bekannte auf dem Markt und halten ein Schwätzchen. Beinahe alle kommen auch gebürtig aus Eilendorf, und entsprechend hoch ist ihr Bekanntheitsgrad. Mir wird klar, wie verwurzelt die Menschen hier sind, denn auch am Nachmittag wird mit vorbei kommenden Bürgerinnen und Bürgern von der Terrasse aus der neueste Klatsch aus Eilendorf ausgetauscht.  Im Anschluss drehen wir mit den mobileren der Bewohnerinnen noch eine kurze Runde durch den Stadtteil.
Vor dem Mittag essen spielen wir gemeinsam noch eine Runde Jokkalo. DSC_3240Ich staune, wie flink Frau Kohl und Frau Otten, die im Moment auf den Rollstuhl angewiesen ist, die runden Holzscheiben über das Spielbrett schieben und so Punkte sammeln. „Wir haben so unsere Favoritinnen auf den Sieg, manche sind ganz verrückt nach dem Spiel“, verrät Frau Breier verschmitzt.
Bevor das heutige Essen kommt, wird die Bestellung für die nächste Woche abgefragt. Das Essen wird vom Marienhospital geliefert, und alle sind sich einig: Das ist richtig lecker! Nur Frau Rohmann möchte nichts bestellen. Frau Diehl wendet vorsichtig ein, dass sie dann die einzige am Tisch wäre, die nichts bekommt. „Ich esse immer am Tisch“, erwidert diese empört, und sie einigen sich auf Sauerbraten.
„Unsere Tagespflege bietet eine enorme Entlastung für die Angehörigen“, erläutert Frau Braun, die Pflegedienstleitung. Wenn eine Frau jenseits der 80 immer aufstehen und helfen will, eine andere ständig fragt, wann man denn mal zu den Nachbarn gehen könnte, um nach den vermissten Glace-Handschuhen zu fragen und andere beim Toilettengang auf Hilfe angewiesen sind, wird schnell klar: da kommen Töchter, Söhne und Enkel an ihre Grenzen. Dementiell veränderte Menschen schaffen nicht mehr alles allein, sind aber auch nicht zwingend auf einen Platz im Pflegeheim angewiesen. Ihr Aufenthalt in der Tagespflege wird finanziert nach SGB XI § 87b oder durch den Pflegesatz in der festgestellten Pflegestufe.
Gerne würden die Mitarbeiterinnen des Pannhauses noch Unterstützung von Ehrenamtlichen haben, um zum Beispiel ein Freizeitangebot auszurichten oder Hilfe bei der Hausarbeit zu haben. Denn abspülen, putzen und fegen gehört auch zu den Aufgaben des Fachpersonals.
Mir hat der Tag in jedem Fall gut gefallen, und der Slogan „Ambulant statt stationär“ wurde am heutigen Tag mit Leben gefüllt.

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