„Flüchtenden ein Gesicht geben“ – Europatag am Couven-Gymnasium

Im Rahmen der „Europawoche 2016“ hatten sich zahlreiche Schulen, Städte, Vereine und Organisationen mit Projekten beim Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien beworben.
Unter den 70 Gewinnern des Wettbewerbs, deren Projekte mit bis zu 2.000 Euro prämiert wurden, waren gleich drei Aachener Schulen.
Neben einer katholischen Grundschule und dem Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg auch das Couven-Gymnasium.
Angesichts der großen Herausforderung bei der Flüchtlingsaufnahme war das Thema „Ankommen in Europa“ der thematische Mittelpunkt der diesjährigen Europawoche vom 30. April bis zum 9. Mai 2016.
Die Aachener Projekte gaben dieses Thema auch in seiner Vielschichtigkeit gut wieder:
„Unterschiedliche Herkunftssprachen, kein Hindernis, sondern eine Chance“, „Geflohen, angekommen. Und nun?“ und „Flüchtenden ein Gesicht geben. Mitmenschen integrieren. Auch dieses Mal machbar.“ waren die Projekttitel.

Aufgrund der Abiturprüfungen konnte der große Präsentationstag des Couven-Gymnasiums erst nach der eigentlichen Europawoche stattfinden und gab mir so die Chance, mir persönlich ein Bild vom Projekt der Europaschule zu machen.

Schon vor Beginn des Programms konnte ich mir ein Bild davon machen, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler des Couven-Gymnasiums mit der Idee hinter dem Titel ihres Projektes beschäftigt hatten.
„Flüchtenden Menschen ein Gesicht geben“ funktionierte dabei hervorragend.
Die Beteiligten des Projektkurses der Mittel- und Oberstufe hatten Menschen unterschiedlicher Herkunft auf großen Roll-Ups professionell präsentiert.
Dort erfuhr man nicht nur, wann und über welche Wege und mit welchen Fluchtmitteln sie ihrem aktuellen Aufenthaltsort erreichten, sondern auch welchen Berufen sie vor ihrer Flucht nachgegangen waren oder welches ihr Lieblingsgericht ist.

In meinem Grußwort betonte ich auch noch einmal, wie wichtig es ist, sich und anderen vor Augen zu führen, dass Menschen und keine „Wellen“, „Ströme“ oder eine „Flut“ zu uns flüchten. Menschen, die ihr altes Leben aus größter Not hinter sich lassen mussten.

Konkrete und bewegende Beispiele für solche Menschen auf der Flucht lieferte auch der Vortrag von Manfred Kutsch.
Dem ehemaligen Redakteur des Aachener Zeitungsverlags gelang es eindrucksvoll, den Oberstufenschülerinnen und –Schülern über eine Stunde mit Bildern und persönlichen Geschichten von seinen Begegnungen mit Flüchtlingen im Libanon zu berichten.
Kutsch, seit Jahren gemeinsam mit seiner Gattin für UNICEF und die Aachener Initiative „Menschen helfen Menschen“ in den Krisengebieten der Welt unterwegs war anzumerken, wie sehr ihn das Schicksal der Menschen dort bewegt hatte und so ging es am Ende wohl auch den meisten im Saal.
Fragen blieben keine – das musste man erstmal sacken lassen.

Bevor es im Foyer des Couven eine den Tag abschließende Informationsbörse gab, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler bei Aachener Initiativen informieren konnten, hatten auch die Mittel- und Unterstufe ihr Programm.
Hier überwogen die positiven Eindrücke als Schülerinnen und Schüler der Internationalen Klassen des Couven-Gymnasiums bewiesen, wie gut Integration funktionieren kann. Aber auch das war durchaus bewegend.
Nicht einmal ein halbes Jahr in Aachen beschrieb ein syrischer Junge in sehr gutem Deutsch: „Der Ort, der keinen Frieden hat, kann keine Heimat sein.
Hier habe ich die Sicherheit, die ich in Syrien vermisst habe.“

 

 

 

Eine Übersicht aller prämierten Projekte mit Veranstaltungsort finden Sie anbei als PDF-Dokument. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, alle 70 Projekte mit weitergehenden Informationen auf einer interaktiven Karte einzusehen unter www.mbem.nrw/europawoche2016

 

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