Die KGS in der Düppelstraße: Eine Schule, die Spiel, Spaß und Lernen vereint

Ein Bericht unserer Praktikantin Anya Delen:

Bei unserem gemeinsamen Besuch am vergangenen Freitag in der Katholischen Grundschule (kurz: KGS) in der Düppelstraße erhielten wir tolle Einblicke in den Schulalltag von rund 237 Schülerinnen und Schülern. Zentraler Aspekt des Unterrichts ist das Gemeinsame Lernen, sodass den Kindern Lerninhalte auf einfachem, spielerischem Wege vermittelt werden können.
Lernschwache Kinder, aber auch Spätzügler erhalten an der KGS Düppelstraße die Möglichkeit, einer auf sie zugeschnittenen Förderung in Form des Gemeinsamen Lernens. Dieser zentrale Aspekt im Rahmen des Unterrichts ermöglicht es dem Lehrpersonal, auf leichtem und spielerischem Wege Lerninhalte in einer angenehmen, familiären Atmosphäre zu vermitteln.
Für die Betreuung der Kinder steht nicht nur das Lehrerkollegium bereit, sondern auch Sozialarbeiter und Pädagogen, die die Entwicklung der Kinder gemeinsam in engster Kooperation fördern möchten.

Während des Empfangs durch die Schulleiterin Frau Ulrike Vierboom erfuhren wir, dass die Funktion als Inklusionsschule nicht nur auf die Kinder zugeschnitten sei, sondern auch  der Einbeziehung von Eltern ein großer Wert beigemessen wird. Da eine beachtliche Anzahl der Schulkinder einen Migrationshintergrund aufweisen, wird die Kooperation von Lehrerschaft, Pädagogen und Eltern zunehmend stark gewichtet.
Hierzu dient in erster Linie das Projekt „Starke Eltern, starke Kinder“, das bestehend aus acht Kurseinheiten kostenlos unter der Leitung eines Sonderpädagogen-Teams den Teilnehmenden zu einer Verbesserung ihrer erzieherischen Fähigkeiten verhelfen soll.
Sprachenunterricht in Deutsch wird sowohl Schulkindern als auch den Eltern ermöglicht, um die Bildungsspirale, mit der sich viele konfrontiert sehen, durchbrechen zu können und die Barriere der Sprach- und Kulturhürde zu überbrücken. Vor allem scheint dies im Hinblick auf die verstärkt hinzukommenden Flüchtlingsfamilien von Bedeutung zu sein, um ihnen den Neuanfang in Aachen zu erleichtern.

In den letzten Jahren fanden viele erlebnisreiche und positive Entwicklungen statt, die den Kindern auch außerhalb des Unterrichts die Möglichkeiten boten, tolle und stärkende Erfolge zu erzielen.
Ergänzt werden diese Angebote durch Naturführungen sowie musikalischen Programmpunkte. Dank einer engagierten Arbeit des Fördervereins der KGS können die Schülerinnen und Schülern an gemeinschaftlichen und abenteuerlichen Projekten, die oftmals mit einem hohen Spaßfaktor verbunden sind, teilnehmen.
So konnte unter anderem der Fortbestand der sehr beliebten Gitarren-AG, die seit etwa 2008 in das Angebot aufgenommen worden ist, mit Hilfe der städtischen Musikschule und des Fördervereins gewährleistet werden. Auftritte in Form von Konzerten oder Tanzvorführungen vor einem großen Publikum, bilden zumeist den krönenden Abschluss einer ehrgeizigen und leidenschaftlichen Vorbereitung von Betreuern und Kindern.

So gut die Förderung der Kinder bislang organisiert und voranschreiten konnte, erschweren die aufgebrauchten Kapazitäten phasenweise jedoch die Arbeit in der Grundschule. Derzeit stößt das Team insbesondere bei der Betreuung von Flüchtlingskindern, welche aufgrund von Kultur-Sprach- und Erfahrungsunterschieden und auch aufgrund von traumatischen Erlebnissen einen spezifischen Betreuungsumgang erfordern, an seine Grenzen.
Die gewöhnliche Klassengröße mit einer Schülerzahl von 22 wird indes häufiger überschritten aufgrund zahlreicher Anfragen. So sind Klassengrößen mit bis zu 27 Kindern bereits keine Seltenheit mehr und erschweren individuelle Förderungs-und Betreuungsmaßnahmen.
Zudem betreut die Schule nach dem morgendlichen Unterricht über 160 Kinder in der offenen Ganztaggrundschule, welche vom Verein „Betreute Grundschulen e.V.“ unterstützt wird.
Beim Besichtigen des Gebäudekomplexes, berichtete uns Frau Vierboom, dass die verfügbaren Räumlichkeiten vollständig ausgelastet seien und ebenso eine Anpassung des alten Mobiliars in dem mehr als hundertjährigen Altbau von dringendster Notwendigkeit sei.
Dass das Konzept des Gemeinsamen Lernens an der KGS Düppelsttraße zu funktionieren scheint, beweisen unter anderem die hohen Anmeldezahlen an Gymnasien. Von den 37 Schulabgängern im letzten Jahr, seien für 17 von ihnen Empfehlungsschreiben für das Gymanisium ausgehändigt worden.

Auch wenn es ein kurzer Besuch war, so war er für uns doch voller liebervoller und bunter Eindrücke, die uns die multikulturelle Schule gerne in Erinnerung behalten lassen.
Die KGS Düppelstraße – eine Schule, die uns zeigt, dass es keine Grenzen gibt, die nicht durchbrochen werden können.
Eine Schule, die mit ihrem erfolgreichen Schulsystem beweist, dass interkulturelle Kompetenzen im deutschen Bildungssystem bedingungslos für einen effizienten Beitrag der Gemeinschaft vorhanden sein müssen.

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