Besuch der Erstaufnahme-Einrichtung in der Aachener Franzstraße

Not, Elend, Konflikte? Als ich die Erstaufnahme-Einrichtung des Landes NRW in der Franzstraße betrete, habe ich zunächst ein mulmiges Gefühl. So viel habe ich von den Schicksalen der Flüchtlinge gelesen, die hier nach teilweise unmenschlichen Reisebedingungen ankommen. Aber auch viel über mögliche Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen aus Afghanistan, dem Irak, Syrien, Eritrea…auf der anderen Seite eine große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung.
Mein SPD-Ortsverein Aachen-Mitte möchte sich der Hilfsbereitschaft anschließen und hat deswegen am heutigen Samstag die komplette Essensausgabe übernommen.
Das Essen, das der Caterer angeliefert hat, wird an die BewohnerInnen ausgegeben: Reis und Fleisch, natürlich halal.

Dabei kommt man schnell ins Gespräch, einige sprechen Englisch, zum Glück spricht der Sicherheitsmann Abdel auch arabisch. Ein junger Mann erzählt mir, dass er aus dem irakischen Mossul kommt und nicht weiß, ob und wo seine Eltern noch leben. Danach holt sich ein junger Nigerianer noch einen Kaffee und sagt, das er nur noch dem Chaos in seinem Land entfliehen wollte. Einige sprechen kaum und schauen nur auf den Boden. Den Kindern scheint die ganze Situation wenig auszumachen, sie spielen auf dem ehemaligen Schulhof und freuen sich, wenn wieder einige Nachbarn Spielzeug und Kleidung vorbei bringen.
Nach einigen Anlaufschwierigkeiten werden mittlerweile 205 Menschen im ehemaligen Schulgebäude versorgt. Und die Hilfsbereitschaft ist enorm: bei einer Info-Veranstaltung des DRK waren über 100 BürgerInnen, die helfen wollten, es haben sich Ärzte gemeldet oder wurden angeschrieben, die Flüchtlinge zu behandeln. Auch ein ganzer Pool von Dolmetschern, die auf Zuruf übersetzen, ist vorhanden.
Die Erstaufnahme-Einrichtung wird vom DRK StädteRegion Aachen betreut, so wie (bislang) auch alle anderen Einrichtungen in der restlichen StädteRegion. In Aachen sind sie für das komplette Paket zuständig: Reinigung, Betreuung, Hausmeister, Sicherheit und Essensversorgung.
Mein Fazit nach diesem Besuch: meine Befürchtungen haben sich nicht bestätigt, alles läuft weitgehend ruhig und gut koordiniert ab. Das Schicksal der Flüchtlinge lässt mich dennoch nicht los…umso mehr bin ich stolz auf die AachenerInnen, die hier so zahlreich und tatkräftig mit anpacken!

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