„Made in Aachen“ – Unternehmensbesuche mit Wirtschaftsminister Garrelt Duin

„Wirtschaft 4.0 – „Made in Aachen“:
Unter diesem Motto stand der Besuch von NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, der auf Einladung der Landtagsabgeordneten Daniela Jansen in ihren Wahlkreis gekommen war.
Zwischen innovativem Mittelstand und moderner Kreativbranche machte sich Minister Duin einen Tag lang ein Bild der Aachener Unternehmenslandschaft.
Dabei ging es von Kornelimünster (Firma Schell Grüntechnik) über den Lousberg (Interactive Pioneers) bis in den Papiermühlenweg (Agentur Crolla Lowis).

Erste Station seines Besuches: Die Firma Schell Grüntechnik in Kornelimünster.
Schell Grüntechnik bestand zunächst als Werksvertretung für Hersteller von Großmähwerken wie John Deere und später als selbstständiger Hersteller von Anbaugeräten für Trägermaschinen.
Als die Firma John Deere im Jahr 2003 den Entschluss fasste, die Produktion von Trägermaschinen auslaufen zu lassen, beschlossen die Firmenväter Schell einen eigenen Geräteträger zu entwickeln. Seit 2005 baut die Firma den Geräteträger Schell SG 100 in Serie und das mit überregionalem Erfolg. Das Trägerfahrzeug überzeugt mit innovativer und umweltfreundlicher Technik.
Beim Betriebsrundgang mit Firmenchef Franz Josef Schell faszinierten nicht nur die weitläufigen Produktionshallen der eindrucksvollen Großmähfahrzeuge. Hinter den Produktionsstätten gibt es einen Bereich, der Arbeiten und Wohnen geschickt miteinander verbindet. Geschützt vom Lärm der Produktion liegt im Grünen eine Wohnhausreihe für die Mitarbeiter der Firma.
In der anschließenden Gesprächsrunde wurde das Thema Nachhaltigkeit betont. Bei Schell wird darauf Wert gelegt, dass der Familiennachwuchs die Betriebsabläufe früh kennenlernt und die Geschäftstradition von Generation zu Generation weitergegeben wird. Das erleichtert die Übernahme von Verantwortung für die jahrzehntelange Geschäftstradition.

An der zweiten Station ist Zukunft bereits Gegenwart: Die Firma Interactive Pioneers im Drehturm Belvedere auf dem Lousberg.

In der digitalen Kreativagentur im Drehturm werden „Luftschlösser“ nicht nur erdacht, sondern auch technisch umgesetzt. Seit 1997 entwickelt Geschäftsführer Carlo Matic digitale Strategien für namhafte Agenturen und Marken wie die Deutsche Bank oder Nike. Sein Team aus Kreativen und IT-Experten entwickelt Webseiten, Web-Applikationen und Social Profiles. Das Erfolgsrezept: Von der Konzeption über das Design bis hin zum Endprodukt kann der Kunde sein Feedback in den Prozess einfließen lassen. Landtagsabgeordnete Daniela Jansen und NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin begeisterte neben dem Ausblick vom Drehturm vor allem der inspirierende Erfahrungsaustausch mit Matic. Themen wie lebenslanges Lernen, „Digitalisierung lokal“, Bürokratieaufwand und überregionaler Wettbewerb, sorgten für einen regen Meinungsaustausch.

Dabei wurde festgestellt, dass ein Hindernis in der digitalen Infrastruktur in der Stadt Aachen darin besteht, dass „das Neue“ oft mit alten Augen betrachtet werde.
„Es ist nicht für jeden gleich, was Digitalisierung bedeutet“, stellte Minister Duin fest. Es werde häufig unterschätzt, dass für die digitale Wirtschaft auch innovative Rahmenbedingungen, wie z.B. eine eigene Abteilung für Digitalwirtschaft, neu geschaffen werden müssen. Weiterhin wurde betont, dass Aachen seinen einzigartigen Platz im Wirtschaftsknotenpunkt Drei-Länder-Eck und als Heimat hervorragender Hochschulen, die Chance wahrnehmen sollte, Synergien zusammenzuführen und zu stärken.

Als dritte Station wurde ein kreativer Hotspot angesteuert: Die Agentur Crolla Lowis.
Die Gründer Thomas Crolla und Martin Lowis setzen auf die ganzheitliche Betreuung von Marken und Unternehmen, für die sie individuell maßgeschneiderte Identitäten entwickeln.
Vom Branding, über das Marketing und Publishing, begleiten sie die Projektidee wie z.B. das E-Paper des Aachener Zeitungsverlags.
Die Agentur gestaltete zudem unter anderem Web-Auftritte der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und verhalf somit auch politisch brisanten Themen wie dem „politischen Afghanistan“ zu einer vereinfachten öffentlichen Wahrnehmung.
Bei all den multimedialen Inhalten wurden unter anderem Fragen zur Qualität von Informationen im Web und Qualitätsjournalismus diskutiert. Duin bekräftigte, man müsse „in der Gesellschaft dafür Rechnung tragen, dass Informationen eingeordnet werden“. Bei der Fülle an Informationen, vor allem in sozialen Netzwerken, fehle die Einordnung der Informationen. Dies kann dazu führen, dass relevante Zusammenhänge ignoriert werden. Für die Wirtschaft ist die Qualität von digitalen Informationen ein relevanter Faktor.

Die Rhein-Ruhr-Metropolregion befindet sich im Wandel, so das Fazit des Tages. „Wo der Wandel hinführt, lässt sich noch nicht sagen“, so Duin, aber: Aachen und die StädteRegion haben das Potenzial zum digitalen Hotspot, auch über das Drei-Länder-Eck hinaus, zu werden.
Dazu müssen wir uns aber zutrauen, lokale Potenziale zu nutzen, Vernetzung zu schaffen und Kleines groß zu denken.

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