Langzeitarbeitslosigkeit ein Gesicht geben!

Eine große Herausforderung für Nordrhein-Westfalen liegt in der Bekämpfung der Langzeiterwerbslosigkeit. Der Anteil der Langzeiterwerbslosen (ab 12 Monaten) an der Gesamtzahl der Erwerbslosen liegt bei etwa 49%.
Auch im Agenturbezirk Aachen-Düren waren im Dezember 2014 unter den Arbeitslosen knapp 19.400 Menschen langzeitarbeitslos.
Hinter diesen Zahlen stecken Schicksale: manchmal sind es Alleinstehende, aber eben auch Familien, die in den Bedarfsgemeinschaften leben.
Die Geschichten, die hinter der Langzeitarbeitslosigkeit stecken, aber auch viele mutige Versuche, aus der „Hartz IV-Welt“ wieder heraus zu kommen, sollten erzählt werden.
Dazu hatte Daniela Jansen gemeinsam mit Trägervertretern von Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen zu einem Pressegespräch eingeladen.
Bevor die betroffenen Langzeitarbeitslosen der Presse ihre individuellen Geschichten, ihre alltäglichen Probleme erzählen sollten, konnte so aus Trägersicht noch einmal betont werden, wo es zur erfolgreichen Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben trotz Langzeitarbeitslosigkeit anzusetzen gilt.

Mit Christiane Feldmann, Geschäftsführerin der Picco Bella gGmbH, Frau Dr. Simone Pfeiffer-Bohnenkamp vom Sozialwerk Aachener Christen e. V. und Peter Brendel, Geschäftsführer der low-tec gGmbH und Vorsitzender von Pro Arbeit e.V., waren ausgewiesene Fachleute als Trägervertreter anwesend.
Nachdem alle aus ihrer täglichen Arbeit und ihren Erfahrungen mit von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen berichtet hatten, ging es gemeinsam mit der Aachener Landtagsabgeordneten an Lösungsansätze.
Alle Trägervertreter befürworteten dabei die dauerhafte Einrichtung eines öffentlich geförderten Arbeitsmarktes, denn aus der Praxis wussten sie zu bestätigen, dass leider eben nicht jeder Langzeitarbeitslose in den „ersten“ Arbeitsmarkt zu vermitteln sei. „Man kann Menschen aber zur Produktivität bringen.“ wussten Christiane Feldmann und Simone Pfeiffer-Bohnenkamp aus ihrer täglichen Arbeit mit Langzeitarbeitslosen zu berichten. Dabei sei die größte Schwierigkeit oftmals das „aus dem Trott holen“ der zum Teil seit Jahren arbeitslosen Menschen. Die durchschnittliche Langzeitarbeitslosigkeit liegt im Bundesschnitt bei etwa 6 Jahren.

Alle Vertreter betonten, wie schwierig es sei, wenn Programme und Maßnahmen auslaufen würden und dass Förderungen leider immer kürzer und für weniger Plätze in solchen Programmen reichen würden.
Ein dauerhafter, öffentlich geförderter Arbeitsmarkt, der keine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt darstellen solle, würde hingegen Planungssicherheit bieten und so auch die Perspektivlosigkeit, die auslaufende Programme stets mit sich bringen, bekämpfen können, betonte Peter Brendel.
Es dürfte allerdings keine Trennung zwischen Gemeinnützigkeit und Erwerbswirtschaftlichkeit bestehen, weil mit einer solchen Trennung die Schnittstellen und somit auch die mögliche Durchlässigkeit in den ersten Arbeitsmarkt fehlen würden.
„Arbeitsmarktpolitik muss anders gedacht werden. Das kann ein Mehrwert für alle Seiten sein.“ zeigte sich Brendel weiter überzeugt.
Bei der Arbeitsmarktpolitikerin Daniela Jansen rannten die Trägervertreter damit offene Türen ein, denn die Position der Abgeordneten wie der SPD-Fraktion im Landtag ist klar. Zur Zeit bereitet Daniela Jansen im Arbeitskreis Arbeit, Gesundheit und Soziales gemeinsam mit dem grünen Koalitionspartner einen Antrag vor, der die Einrichtung eines öffentlich geförderten Arbeitsmarktes auf Bundesebene mittels einer Bundesratsinitiative vorsieht.
„Es ist einfach in jeder Hinsicht sinnvoller, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren!“ gab Daniela Jansen den Pressevertretern als zusammenfassendes Statement mit in das weitere Gespräch.

Bericht in den Aachener Nachrichten

Bericht des Pressegespräches mit den Langzeitarbeitslosen in den Aachener Nachrichten

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