Minister Jäger: Gespräch mit junger Polizeianwärterin über den von ihr erlebten Rassismus hat mich sehr beeindruckt

Innenminister Ralf Jäger will den Landtag ausführlich über die rassistischen Vorfälle in einem Studienkurs von Polizeianwärtern an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln informieren. Das kündigte er heute in Düsseldorf an. Ein angehender Polizeibeamter hatte eine Kollegin vielfach mit fremdenfeindlichen Äußerungen verbal und in sozialen Medien beleidigt und gemobbt.

„Ich habe gestern intensiv mit der jungen Polizeibeamtin aus Aachen über den von ihr erlebten Rassismus gesprochen. Sie hat ihre positive Einstellung zur Polizei und zu ihren Kolleginnen und Kollegen behalten. Das beeindruckt mich sehr“, berichtete Jäger. „Die Polizei braucht junge motivierte Menschen mit Migrationshintergrund wie sie.“

Ein Polizeianwärter hat das fremdenfeindliche Verhalten in dem Studienkurs angezeigt. „Er hat Zivilcourage bewiesen. So wie ich es von jedem Polizeibeamten erwarte. Wenn Straftaten innerhalb der Polizei begangen werden, dann gibt es keine Neutralität, keine Kollegialität, sondern nur einen Weg: Anzeige. Wir gehen jedem Hinweis nach“, betonte Ralf Jäger. „Die junge Auszubildende hat mir anschaulich geschildert wie wichtig es für sie war, dass einige Kollegen sie unterstützt haben“.

Der Innenminister machte klar, dass für „eine menschenverachtende Einstellung kein Platz in der NRW-Polizei ist“. Es sei deshalb richtig, dass der Aachener Polizeipräsident einen Anwärter sofort suspendiert und das Entlassungsverfahren eingeleitet habe. Er werde mit Hochdruck aufklären, ob weitere Polizeianwärter zur Rechenschaft gezogen werden müssen. In dem betroffenen Kurs der Fachhochschule Köln studieren rund 30 Polizeianwärter aus Aachen, Bonn und Köln.

Die NRW-Polizei setzt seit Jahren verstärkt auf junge Leute mit Zuwanderungshintergrund. Sie besitzen durch ihre Sprachkenntnisse und kulturellen Hintergründe besondere Kompetenzen. Das wird im täglichen Polizeidienst immer wichtiger. „Wir wollen den Anteil der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bei der Polizei weiter erhöhen und werben deshalb gezielt um sie“, erläuterte der Innenminister.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Inneres und Kommunales, Telefon 0211 871-2300.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.