Besuch bei der Suchthilfe Aachen

Der Jahresbericht der Suchthilfe Aachen war Anlass für einen Besuch der Einrichtung im Haus der Caritas. 10 Jahre nach der Neu-Ordnung der Beratungslandschaft in Aachen informierte sich die Landtagsabgeordnete über die finanziellen Rahmenbedingungen und die ganz praktische Arbeit vor Ort. Es gibt an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf: Bei der Initiative „Feuervogel“, für Kinder von suchtkranken Eltern, ist zum Beispiel zu klären, welcher Rechtskreis-Träger zuständig ist, bevor Hilfen bewilligt werden können: Jugend- oder Gesundheitsamt, Stadt Aachen oder Städteregion…

„Wichtig ist uns eine gendersensible und auch kultursensible Suchtarbeit, die auf die Herkunft und das Geschlecht der Menschen Rücksicht nimmt“, erklärt Gudrun Jelich, Leiterin der Suchthilfe. Und auch den „typischen“ Heroinabhängigen gibt es so nicht mehr. Die vom Leben überforderten und durch das Raster des Sozialstaats fallenden Menschen, die häufig dem Kaiserplatz-Milieu zugerechnet werden, sind fast alle in der Substitution und konsumieren keine illegalen Drogen mehr.  Allerdings nimmt die Zahl der so genannten „Legal High“- Drogenabhängigen zu. Es handelt sich um Kräutermischungen, die geraucht werden oder andere Substanzen, die häufig auch durch erfolgreiche Managertypen zur Entspannung genutzt werden.
Ein positiver Aspekt ist, dass insbesondere junge Frauen eine Schwangerschaft als Chance sehen, aus dem Teufelskreis der Sucht auszubrechen und ihr Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen.

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