Tatkraft im Sozialkaufhaus der WaBe

Der Tag am Freunder Weg im Sozialkaufhaus der WABe beginnt erst mal mit einer Tasse Kaffee. „Komm erst mal an“, begrüßt mich Alois Poquett, der Geschäftsführer der WABe. Wir kennen uns und ich kenne das Sozialkaufhaus schon länger. Insgesamt arbeiten ca. 50 Menschen im Sozialkaufhaus, alle sind über Programme wie Bürgerarbeit, Arbeitsgelegenheiten (sog. 1-Euro-Jobs) und andere Maßnahmen hierher gekommen. Deshalb dürfen auch nur SGB II-BezieherInnen oder andere sozial benachteiligte Menschen hier mit entsprechendem Dokument einkaufen.
Für mich geht es als erstes an die Altkleider-Sortier-Station. Beim Auspacken der vielen Säcke komme ich schnell mit den Kolleginnen ins Gespräch. Eine Frau um die 50 erzählt, dass sie bereits ihren zweiten Einsatz hier hat. Weil sie gesundheitliche Probleme hat und nicht so lange stehen kann, ist es nach einem Praktikum im Einzelhandel leider nichts geworden mit einer festen Stelle. Viele der Frauen sind ungelernte Kräfte. Und offenbar haben auch einiger der „Spender“ nicht gelernt, was in einen Altkleider-Sack gehört und was nicht: uns purzeln noch gefüllte (!) Butterbrotdosen entgegen…

Später im Büro der Disposition erzählt mir ein Mitarbeiter, was er sich am Telefon oft anhören muss. „Wenn ausgediente Möbel nicht sofort innerhalb der nächsten Woche abgeholt werden, schimpfen die Leute und bezeichnen uns schon mal als typisch asozial und faul.“ Wie zum Beweis zeigt er mir den Terminkalender: alles voll innerhalb der nächsten 5 Wochen.
Neu im Sozialkaufhaus ist ein kleines Bistro. Hier können die Mitarbeiter oder auch Gäste für kleines Geld ein leckeres Mittagessen bekommen. Und das brauchen die MitarbeiterInnen auch, vor allem die, die in der Möbelabholung arbeiten und bei der Reparatur der Möbel  eingesetzt sind und schwere körperliche Arbeit leisten. „Manche unserer Mitarbeiter puzzeln am liebsten für sich und brauchen nicht viel Gesellschaft, für die ist das ein sehr guter Einsatzort“, erklären mir die beiden Sozialarbeiter Frau Wichert und Herr Jansen.
Dass die Sozialarbeiter täglich vor Ort und wichtige Ansprechpartner für die Beschäftigten des  Sozialkaufhauses sind, merke ich bei der Abschlussrunde:  Ein Mann ist irritiert, dass er aus seiner Arbeitsroutine gerissen wird und jetzt mit der Abgeordneten noch einmal ins Gespräch gehen kann. „Keine Sorge, ist alles in Ordnung“, beruhigt Frau Wichert den  Mann. Herr Hüllenbock ist der Anleiter für das Sozialkaufhaus, also der „Chef“ seiner Mädels und Jungs und freut sich, dass ich nach meinem Wahlkampf-Auftritt mit Hannelore Kraft vor zwei Jahren wie versprochen noch einmal wiedergekommen bin. Und ich habe mich gefreut, während dieses Tages Einblick in so verschiedene Tätigkeitsfelder zu bekommen und Menschen kennen zu lernen.

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