Ein Tag im Öcher Einkaufszentrum: Tatkraft-Auftakt bei Rewe Stenten

Montagmorgen: für den Rewe-Supermarkt am Krugenofen beginnt der Tag sehr früh. Bereits ab 6 Uhr wird frische Ware angeliefert und auch die Verwaltungsfachleute sind schon um 7 Uhr im Büro und checken die Zahlen der vergangenen Woche am Computer.
Ich habe Glück, denn mein Tag beginnt erst ab 10 Uhr. Ich darf ihnen über die Schulter schauen. Und ich staune später bei Frau Hartnack, Mitglied der Marktleitung, nicht schlecht: wie aufwendig und logistisch ausgefuchst so ein Supermarkt funktioniert, hätte ich nie gedacht.
Nicht nur, dass man sich anzeigen lassen kann, welche Artikel in den letzten Wochen nicht verkauft worden sind (und woran das liegen kann), auch die Rewe-eigenen Produkte und extern zugelieferten regionalen Waren wie Fleisch, Wurst, Käse, Eiern, Obst und Gemüse etc. werden genau erfasst. Ab und zu blinkt es auf ihrem Bildschirm, dann melden die zentral erfassten Kühltheken ihre Temperatur.
„Mir macht das sehr viel Spaß, hier zu arbeiten“, erklärt Herr Gülmez als Abteilungsleiter Obst und Gemüse. Anders als in Regiemärkten, das sind von Rewe-Konzern geführte Märkte, kann er hier im Familienbetrieb Stenten seine Lieferanten mitbestimmen, verhandeln und einkaufen.
Und nun geht es auch für mich an die praktische Arbeit: Ich räume die SB-Wurstwaren in die Kühlschränke ein und berate eine ältere Dame, die auf der Suche nach Würstchen ist. Bei der Frage nach Abnehm-Produkten muss ich leider passen. Nach einer Stunde habe ich richtig kalte Finger. Trotzdem kennt Herr Sistermanns als Marktleitung keine Gnade: „Jetzt machen wir bei allen gekühlten Produkten noch die MHD-Kontrolle“. Bitte?! Das habe ich nicht verstanden. „Wir kontrollieren die Mindesthaltbarkeitsdaten der Produkte. Alles, was nur noch drei Tage haltbar ist, wird extra ausgezeichnet, und die Kunden können es zu einem reduzierten Preis kaufen“, erklärt er freundlich.
Nachdem das geschafft ist, mache ich erst mal Mittagspause und komme wieder mit Frau Hartnack ins Gespräch. Wie die meisten anderen Mitarbeiter ist sie schon seit vielen Jahren hier. Sie schätzt die familiäre Atmosphäre bei den knapp 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und als gelernte Verkäuferin hat sie sich in den Weg in die Marktleitung selbst erarbeitet.
In den letzten zwei Stunden darf ich auch mal an die Kasse. „Sie müssen die Waren mit dem Strichcode nach unten über den Scanner ziehen, nach der Kundenkarte und den Treuepunkten fragen“,  erklärt Frau Olbertz. Sie gehört zur Abteilungsleitung Kassen und steht hinter mir, denn die Nummern von Obst und Gemüse jeweils nachzuschlagen, würde für mich zu lange dauern. Frau Olbertz kennt alle frischen Produkte auswendig, und trotz ihrer Hilfe dauert es bei mir wesentlich länger. „Haben Sie schon ein Mitarbeiter-Fach?“ fragt mich eine Kollegin, die gerade den Kassenabschluss machen will. Ich muss schmunzeln  und Frau Olbertz klärt auf, dass ich keines habe und auch keines bekommen werde.
Zum Abschluss des Tages spreche ich noch einmal mit Josef Stenten, den alle den „Chef“ nennen. Er ist berühmt für seine Kundendurchsagen, die schon beinahe Kult sind.  Der Arbeitstag hat mir viel Spaß gemacht und gezeigt, welche Herausforderungen das inhabergeführte Öcher Einkaufszentrum zu bewältigen hat und wie vielfältig die Tätigkeitsfelder de Beschäftigten sind. Schade, dass ich keine Durchsage machen durfte…aber das war bestimmt nicht mein letzter Besuch bei Rewe Stenten!

 

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