Ibrahim Yetim: „Keine neuen Hürden für den Doppelpass!“

Der nordrhein-westfälische Landtag hat heute die Bundesregierung aufgefordert, die Optionspflicht für in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern schnell und vollständig abzuschaffen.
Der Doppelpass und damit die Mehrstaatigkeit soll rechtlich komplett anerkannt werden. Dazu erklärt Ibrahim Yetim, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Es ist eine Zumutung, dass junge Menschen, die in unserem Land geboren und aufgewachsen sind, an ihrem 23. Geburtstag den deutschen Pass verlieren, wenn sie die ausländische Staatsbürgerschaft ihrer Eltern nicht rechtzeitig niedergelegt haben.

Der Doppelpass ist für die große Mehrheit der Eingebürgerten, beispielsweise bei allen EU-Bürgern, längst gelebte Normalität. Für bestimmte Herkunftsländer aber scheinen sich CDU und CSU immer neue Vorbehalte und Einwände auszudenken. Das ist Ausdruck ihres dumpfen Misstrauens gegen die Menschen, die aus diesen Ländern stammen. Der Koalitionsvertrag auf Bundesebene bietet nun die Chance, die Optionspflicht mit einer klaren und einfachen Lösung abzuschaffen: Wer in Deutschland geboren ist und 23 Jahre mit dem deutschen sowie einem ausländischen Pass gelebt hat, soll das in Zukunft dauerhaft dürfen. Vermeintliche Integrationsnachweise, wie ein Schulabschluss oder der ununterbrochene Aufenthalt in Deutschland, sind unnötige Schikanen. Für eine ganze Generation junger Deutscher, die ihre familiären Wurzeln im Ausland haben, ist das ein Schlag ins Gesicht. Auch diese jungen Menschen sind die Zukunft unseres Landes. Es ist unanständig, sie ausschließen zu wollen. Dass auch die CDU in Nordrhein-Westfalen unter keinen Umständen die Optionspflicht abschaffen will, hat die heutige Plenardebatte einmal mehr gezeigt. Dabei hat ihr eigener Spitzenkandidat für die Europawahl einen Doppelpass. Den Menschen an Rhein und Ruhr will die CDU aber genau das nicht zugestehen.“

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