Zusätzliche Mittel für anonyme Spurensicherung bei Vergewaltigungen

Die Fraktionen von SPD und Grünen im Landtag NRW haben sich bei den Verhandlungen über den Haushalt 2014 auf zusätzliche Mittel in Höhe von 400.000 Euro für eine flächendeckende anonyme Spurensicherung bei Vergewaltigungen verständigt.

Die rechtskräftige Verfolgung und Verurteilung von Sexualstraftätern gestaltet sich oftmals als schwierig, da relevante Spuren nicht zeitgemäß gesichert werden können. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich viele Vergewaltigungsopfer in einem seelischen Ausnahmezustand befinden, dass diese oft nicht in der Lage sind, fremden Menschen den detaillierten Tathergang zu beschreiben. Opfern, die nicht unmittelbar eine Anzeige erstatten können, soll nun durch die anonyme Spurensicherung geholfen werden. Sie können durch eine anonyme Spurensicherung Nachweise von Sperma oder Blut, Kratzer und innere Verletzungen sichern und anonymisiert einlagern lassen.

Die Landesregierung strebt daher an, dass diese Spuren in den rechtsmedizinischen Instituten des Landes aufbewahrt werden. Wenn sich die Opfer später zu einer Anzeige entschließen, werden die Beweismittel erst dann wieder ihrem Namen zugeordnet. Damit gibt es für sie nun einen Ausweg, wenn die unmittelbare Anzeige nicht möglich ist. Die Strafverfolgung durch die Polizei bleibt möglich.

Hintergrund-Information:

Die polizeiliche Kriminalstatistik weist für das Jahr 2012 insgesamt 2.255 Vergewaltigungen und besonders schwere Fälle sexueller Nötigung in NRW nach. Gegenüber dem Vorjahr war das eine Steigerung um 17 Prozent und die höchste Zahl in den vergangenen zehn Jahren. Zu bedenken ist auch, dass die Dunkelziffer sehr hoch ist.

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