In den Lagerhallen von Amazon – Ein Besuch bei Amazon in Rheinberg

Zwischen Feldern, Wiesen und Landstraßen steht ein riesiger Neubau. Hinter den festen Betonwänden verbirgt sich das Amazon Logistikzentrum in Rheinberg. Daniela Jansen ist mit dem Arbeitskreis Arbeit, Gesundheit und Soziales der SPD und Grünen- Fraktion zu Besuch, um hinter die Kulissen des Versandkomplexes zu blicken.

Das Versandzentrum in Rheinberg ist nur eines von vielen Standorten, über welches das berühmteste Online-Versandhaus der Welt seine Produkte verteilt. In einer Garage und einem kleinen Online-Bücherversand begann die Geschichte und spinnt sich fort bis zu den monumentalen Bau des Logistikzentrums am Niederrhein. Auf 110 Quadratmeter Lagerfläche stapeln sich die Produkte in bis zu zehn Meter hohen Regalen bis zur Decke.

An Rekordtagen – meistens um die Weihnachtszeit – geben die Kunden über zwei Millionen Bestellungen auf, denen die Mitarbeiter und die Maschinen mit Schnelligkeit und Effizienz begegnen müssen. Denn wer im Logistikzentrum des Betriebs Automatisierung, anstelle von menschlichen Arbeitskräften erwartet, täuscht sich. Es sind keine Roboter, die durch die Gänge fahren und Produkte scannen, sortieren und zum Versand mitnehmen, sondern Menschen. Bis zu 3000 Mitarbeiter stellte das Versandzentrum in Rheinberg zu saisonalen Spitzenzeiten ein. Bis zu 1000 davon sind langfristige Arbeitsplätze. 2000 weitere werden saisonal eingestellt. Besonders zur Weihnachtszeit ist in dem Logistikzentrum viel los.

Genau damit gerät das Versandhaus immer wieder durch die Medien in die Kritik. Ausgelöst durch eine kritische ARD-Reportage, begannen immer mehr Medien sich mit den Arbeitsverhältnissen der Firma mit US-amerikanischen Wurzeln auseinanderzusetzen. Insbesondere der Umgang mit Leiharbeiter aus Zeitarbeitsfirmen wurde in diesem Zusammenhang kritisiert.

Das Unternehmen gibt heute zu, dass es Problemzonen in der Arbeitnehmerstruktur gibt. Allerdings sieht es sich nicht nur als großer Arbeit-, sondern auch Chancengeber für die Arbeitnehmer. Viele der Aufgaben im Unternehmen können auch geringqualifizierte Arbeitskräfte übernehmen. Amazon betont, dass es inRheinberg seit Anfang des Jahres einen Betriebsrat gegründet wurde, der den Mitarbeitern mehr Mitspracherechte einräumt. Durch die massive Kritik aus den Medien ist dem Unternehmen auch bewusst geworden, dass transparentere Kommunikation mit den Mitarbeitern, den Medien und der Öffentlichkeit der beste Weg ist, um Probleme anzugehen.

Besuche von der Politik, Führungen durch die Versandhäuser, offene Fragerunden und Gespräche mit Mitarbeitern und dem Betriebsrat sind dabei der erste Schritt. Solche Aktionen signalisieren, dass Amazon bereit ist, etwas in seinen Betriebsstrukturen zu ändern und so zu einem besseren Betrieb aufzusteigen.

Ein Bericht unseres Praktikanten Alexander Kauschanski

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