„Ein barbarischer Akt“ – Carina Gödecke zur Bücherverbrennung vor 80 Jahren

Die Demokratie muss wehrhaft sein

An den „barbarischen Akt“ der Bücherverbrennung vor 80 Jahren hat Landtagspräsidentin Carina Gödecke erinnert. Ein wichtiger Teil der deutschen Literatur sei am 10. Mai 1933 in Berlin und 21 weiteren deutschen Universitätsstädten durch diese Aktion nationalsozialistischer Studenten verbrannt worden. Die Liste umfasste 94 Autoren und reichte von politischen Autoren wie Bebel, Bernstein, Rathenau über Wissenschaftler wie Einstein und Freud zu Schriftstellern wie Brecht, Mann, Döblin, Zweig, Ossietzky, Remarque, Werfel, Tucholsky und Zuckmayer. Diese Schriftsteller und Wissenschaftler, die für Humanismus und Aufklärung stehen, seien ins Exil verjagt und das weitere Erscheinen ihrer Werke verhindert worden. Das liberale, demokratische, sozialistische und pazifistische Deutschland sollte vernichtet werden, so Gödecke.

Die Landtagspräsidentin weiter: „Die Bücherverbrennung reiht sich ein in den Nazi-Terror nach dem Reichstagsbrand und dem Ermächtigungsgesetz, in den Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 sowie in die Zerschlagung der Gewerkschaften. Es ist eine Kette der Menschenverachtung und der Inhumanität von der Bücherverbrennung über die Synagogenbrände bis hin zum Verbrennen von Menschen.“ Heinrich Heine, dessen Werke ebenfalls verbrannt worden seien, habe recht gehabt, als er prophezeite: „Dies war ein Vorspiel nur, dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Sich an die Bücherverbrennung und an die weiteren Verbrechen der NS-Diktatur zu erinnern, so Gödecke, heiße, wachsam sein gegen jede Form der Intoleranz und des Rassismus. Es bedeute, sich des Wertes der Demokratie und des Rechtsstaates bewusst zu sein mit ihrer Garantie für Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit sowie der Freiheit für Wissenschaft und Kunst. Und es bedeute weiter, im Sinne der wehrhaften Demokratie jede menschenverachtende Ideologie und die daraus folgenden Taten konsequent zu bekämpfen.

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