Wie sich Frauen besser vernetzen – ein Abend bei der AsF in Aachen

Zwischen Internationalem Frauentag und Equal Pay Day fand Mitte März in Aachen die jährliche Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) statt.
Die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Daniela Jansen hatte sich an diesem Abend weibliche Verstärkung geholt und begrüßte die Herner SPD-Bundestagskandidatin Michelle Müntefering und die Landtagskollegin Sarah Philipp aus Duisburg.


In einer Talkrunde und im anschließenden Gespräch mit den Genossinnen sprachen die drei jungen Frauen in lockerer Atmosphäre über die Notwendigkeit, sich als Frauen gegenseitig zu unterstützen. Welche Stolpersteine es auf dem Weg in politische Ämter und Mandate gibt, wie man überhaupt den Weg in Politik findet und warum es immer noch zu wenige Frauen in der Politik gibt waren weitere viel diskutierte Fragen.

Daniela Jansen, Michelle Müntefering und Sarah Philipp machen nicht erst seit gestern Politik. Sie haben schon ihre Erfahrungen gemacht mit so mancher Hürde, mit Stolpersteinen und Schwierigkeiten auf ihrem „Weg nach oben“; gerade weil sie jung und weil sie Frauen sind. Ob Quotenfrau-Diskussionen oder Vorbehalte bei Genossen, die mit der Sorge zum Ausdruck gebracht werden, sich doch den „Stress“ eines politischen Amtes nicht zuzumuten – solche Scheinargumente kennen sie zur Genüge. „In meinem Wahlkreis im Süden Duisburgs waren drei gestandene SPD-Männer zwischen 40 und 50 Jahren meine Konkurrenten, als es um die Bewerbungen für den Düsseldorfer Landtag ging. Da gab es auch Stimmen, die später sagten, ich sei einfach durchgewinkt worden, weil ich eine Frau bin“, berichtete Sarah Philipp. Und Daniela Jansen ergänzte: „Anlässlich meiner Kandidatur wurde ich von einem Journalisten gefragt, was ich denn mit meinen Kindern mache, wenn ich in Düsseldorf arbeite. Meine Rückfrage, ob er einen männlichen Bewerber auch so etwas fragen würde, hat ihn ziemlich in Verlegenheit gebracht“.

„Je mehr Frauen es an der Spitze gibt, desto eher wird sich etwas ändern!“
Davon ist Michelle Müntefering überzeugt. „Denn diese Frauen treten den Beweis an, dass sie es können. Zudem braucht die Politik auch viele weitere Frauen, weil sie verkrustete Strukturen aufbrechen.“ Um das zu schaffen, setzen die drei Politikerinnen auf etwas, mit dem ihre männlichen Kollegen viel selbstverständlicher umgehen: das Netzwerken. Daher ist der Besuch in Aachen mit Sicherheit auch nicht das letzte Zusammentreffen der drei Frauen.

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