Handlungsfähigkeit des Gleichstellungsbüros der Stadt Aachen sicher stellen

Anlässlich des Hilferufs des Gleichstellungsbüros wiederholt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen der Aachener SPD, Daniela Jansen, ihre Kritik am Umgang der Stadt Aachen mit dem Thema Gleichstellung.

Insbesondere mit dem Frauenförderplan in der Stadt Aachen habe man sich bei der ASF gemeinsam mit der SPD-Ratsfraktion bereits im letzten Jahr ausführlich beschäftigt.
Mit Rücksicht auf die lange Absenz der Gleichstellungsbeauftragten, Roswitha Damen, habe man aber nach der grundsätzlichen Kritik an der erneuten Stellenstreichung im Gleichstellungsbüro das Thema nicht weiter öffentlich diskutiert, so die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Frauen, Gleichstellung und Emanzipation des Landes NRW.

Schon die Begründung der Verwaltungsleitung für die Stellenkürzung kann die Sozialdemokratin nicht teilen.
„Wenn ich lese, dass sich in den letzten Jahren viel bewegt habe und dass Gleichstellungsaufgaben auch von anderen Fachbereichen erledigt würden, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Mal abgesehen davon, dass §5 der Gemeindeordnung eine Bestellung von hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten für kreisfreie Städte zwingend vorsieht, arbeiten wir im Landtag aktuell an einer Novellierung des Landesgleichstellungsgesetzes. Unter anderem diskutieren wir dabei auch eine Minimalausstattung sowie die bessere Definition der Hauptamtlichkeit. Da ist es fatal, funktionierende Strukturen zu zerschlagen“, mahnt Daniela Jansen.

So blickt die ASF-Vorsitzende auch mit Sorge auf die Verwaltungsvorlage, die vorsieht, weitere Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.
„Bei den bisherigen Entscheidungen der Verwaltungsleitung klingt das allzu sehr nach der Suche nach weiteren Möglichkeiten, die Arbeit des Gleichstellungsbüros zu beschneiden.“

Gerade vor dem Hintergrund der zum Teil vagen Positionierungen im Frauenförderplan der Stadt Aachen könnte das aber bedeuten, wichtige Weichen seitens der Stadt nicht oder zu spät zu stellen.
„Aus dem Frauenförderplan der Stadt Aachen ergeben sich schon so mehr Fragen, als er beantwortet.“

 

Zum besseren Verständnis hier einige der Kritikpunkte am Frauenförderplan der Stadt Aachen:

Zu 1.3, Teilzeitbeschäftigung:
Was ist unter Teilzeit zu verstehen bzw. welche Stundenvolumina umfasst die Zählung?
Bereits geringfügige Stundenanzahl von 4-10 Stunden, „echte“ Teilzeit von 15-20 Stunden oder vollzeitnahe Teilzeit von 25-30 Stunden?
Wie gedenkt die Stadt Aachen, die Arbeits- und Lebensbedingungen ihrer Teilzeitbeschäftigten zu verbessern, um auf einen höheren Stundenanteil zu kommen?
(s. Bemerkung S. 8: „Die Benachteiligung hinsichtlich einer Existenzsicherung durch Teilzeitarbeitsformen stellt sich damit nach wie vor einseitig zu Lasten der Frauen da“)

Zu 2, Demographische Betrachtung:
Existieren in den Fachbereichen mit besonders hohem Frauenanteil (Erziehung, Bildung etc.) besondere Strategien, um eine strategische Nachwuchsförderung zu betreiben? (s. Bemerkung S. 12: „Es ist zu erwarten, dass das Durchschnittsalter kontinuierlich steigen wird“), dies ist im Sinne der körperlich anstrengenden Berufe wie Kindererziehung besonders von Bedeutung für die Fachkräfterekrutierung in diesen sensiblen Bereichen.

Zu 4.2 Ausbildung
Was tut die Stadt Aachen, um  die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zur nachhaltigen Sicherung des Personalbestandes zu stärken ? (S. Bemerkung auf S. 20). Eine Auditierung zur familienfreundlichen Kommune ohne konkrete Maßnahmen reicht nicht aus!

Zu 6, Vereinbarkeit von Familie und Beruf
In welchem Verhältnis stehen die erhöhten Werte der Teilzeitbeschäftigungsquote (vgl. S. 26, 30,5% aller ausgewerteten Mitarbeiter/innen), zur Entwicklung der Vollzeitstellen für Frauen? Auf einen erhöhten Anteil von Teilzeitbeschäftigten hinzuweisen und hierdurch zu erklären, dass die Stadt Aachen dies durch mehr Maßnahmen zur Vereinbarkeit Familie und Beruf erreicht hat, ist nicht valide! Wie viele Vollzeitstellen wurden in Teilzeitstellen umgewandelt?

Zu 6.2
Welche „verstärkten Aktivitäten zu Motivation an der Teilnahme“ (vgl. S. 29) strebt die Stadt Aachen an, um bei der Frauenförderung weiter zu kommen?

 

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