Vertrauen und Transparenz schaffen – Erklärung Organspende

Erklärung
– Vertrauen für die Organspenden zurückgewinnen
– Transplantationsmedizin manipulationssicher machen
– Verstöße verfolgen und ahnden

Anlässlich der auswärtigen Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen am 30. Januar 2013 erklären die Mitglieder des Ausschusses:
Bundesweit warten rund 12.000 Menschen dringend auf eine Transplantation. Ihr Überleben und ihre Lebensqualität hängen von der Bereitschaft der Menschen ab, Organe nach dem Tod zu spenden. Derzeit versterben täglich drei Menschen aufgrund mangelnder Organspende.
Deshalb ist es wichtig, Menschen in sensibler und kompetenter Form über die Chancen und Risiken einer Organspende aufzuklären und Ängste zu nehmen. Eine zieloffene Beratung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Bürgerinnen und Bürger selbstbestimmt und frei entscheiden können, Organe zu spenden und Angehörige sich in ihrer Situation angenommen fühlen.
Nordrhein-Westfalen hat sich in den letzten Jahren parteiübergreifend und konsequent für Aufklärungsarbeit im Rahmen der Organspende eingesetzt, mit dem Ziel, die Zahl der Organspenderinnen und -spender und damit auch der Spenderorgane deutlich zu erhöhen. Die Zahl der Organspenden ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr trotz aller Anstrengungen bundes- und landesweit dramatisch gesunken. Die Ereignisse des letzten Jahres waren gekennzeichnet durch Verfehlungen einiger Transplantationskliniken. Die aktuellen Vorwürfe gegen einzelne Mediziner stehen mit der sinkenden Spendenbereitschaft im Zusammenhang. Wir werden im Rahmen unserer politischen Möglichkeiten zur weiteren Aufklärung und Vermeidung von Fehlern im Zusammenhang mit der Vergabe von Spenderorganen beitragen. Auch wollen wir nicht vergessen, den mitmenschlichen Aspekt der Organspende zu betonen: Die Organspende ist für uns ein Ausdruck zwischenmenschlicher Solidarität.

                                       Organspende rettet Leben.
Organspende und Organübertragung sind getrennte Bereiche. Aber die Verstöße im Umgang mit Transplantationen betreffen das ganze System. Deshalb bedarf es eines verstärkten Einsatzes aller Beteiligten, Vertrauen zurückzugewinnen. Die Vorfälle müssen aufgeklärt und Vorkehrungen, die Manipulationen verhindern können, getroffen werden. Bereits gestartete unangemeldete Prüfungen und die Stärkung der Aufsicht sind der richtige Weg für die Zukunft. Denn am Wert der Organspende hat sich nichts geändert. Durch sie werden schwerkranke Menschen gerettet.
Dafür wird der nordrhein-westfälische Gesundheitsausschuss sich mit allen Akteuren weiterhin intensiv engagieren. Wir wollen erreichen, dass schwerkranken Patientinnen und Patienten durch eine Organspende das Leben gerettet werden kann. Jede einzelne Entscheidung eines jeden einzelnen Menschens für die Organspende kann einem Mitmenschen die Chance auf ein neues Leben einräumen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.