DGB NRW: Anhebung der Minijobgrenze verhindern

„Wir appellieren an die nordrhein-westfälischen Bundestagsabgeordneten, gegen die Ausweitung der Minijobs zu stimmen“, erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW anlässlich der morgigen Bundestagssitzung.

„Die vorgesehene Anhebung der Einkommensgrenzen von jetzt 400 auf dann 450 Euro wird die Probleme am Arbeitsmarkt weiter verschärfen. Das Minijobsystem hat sich als Irrweg erwiesen, und Irrwege sollte man nicht weiter beschreiten, sondern man sollte umkehren.“
In Nordrhein-Westfalen haben rund 1,8 Millionen Menschen einen Minijob. Über 1,2 Millionen von ihnen gehen keiner weiteren Beschäftigung nach, 560.000 haben einen Minijob als Nebentätigkeit. Minijobs konzentrieren sich auf wenige Branchen, in diesen arbeiten vorwiegend Frauen. So gibt es im Hotel- und Gaststättengewerbe in NRW wesentlich mehr Minijobber/innen (rund 185.000) als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (rund 149.000).
„Minijobber werden zudem extrem schlecht bezahlt“, erläutert Meyer-Lauber. „Über 80% sind dem Niedriglohnsektor zuzuordnen. Die Vorteile dieser Beschäftigung liegen deshalb überwiegend bei den Arbeitgebern. Die Beschäftigten ziehen den Kürzeren, weil sie nicht nur sehr wenig verdienen, sondern durch die fehlende soziale Sicherung akut von Altersarmut bedroht sind.“
Der DGB hat Vorschläge entwickelt, wie die Minijobs grundlegend reformiert werden können. „Unser Ziel ist es, Minijobs ab dem ersten Euro voll sozialversicherungspflichtig zu machen. Dabei schlagen wir vor, dass die Arbeitgeber bis zu einem Monatseinkommen von 100 Euro den vollen Sozialversicherungsbeitrag übernehmen. Danach sollte in einer Gleitzone der Arbeitnehmeranteil ansteigen, bis bei einem Gehalt von 800 Euro die paritätische Beitragsfinanzierung erreicht ist.“

Weitere Informationen zu den Reformvorschlägen des DGB bekommen Sie hier: http://nrw.dgb.de/-/fnC

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